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Stark wie Schneeglöckchen

– Ich bin sicher, du wirst es schaffen –

 

Wer trägt eine weiße Mütze,

genäht aus feingewebtem Stoff?

Wer mag’s in seinem Umfeld schroff?

Wer braucht keine Stütze?

Dir vertrau ich hundert Prozent,

du sorgst für Wunder Jahr für Jahr.

Du bist mutig, trotzt der Gefahr,

sprichst die Sprache, die jeder kennt.

 

Schneeglöckchen, du zartes Wesen,

du überraschst mich immer wieder:

Andre schlafen, du singst Lieder,

kehrst mit deinem Frühlingsbesen

uns den Winter aus den Herzen,

traust dich hervor trotz Schnee und Eis.

Du bist der mutigste Beweis:

Siegen geht auch ohne Schmerzen.

 

Mein Blümchen, klein aber oho.

Du schaffst es – so oder so.

 

Deine Taktik lässt sich hören,

du wartest nicht, bis andre blüh’n.

Du bist klein, robust und kühn,

lässt von andren dich nicht stören.

Schneeglöckchen, lass mich dir sagen:

Keiner kann’s mit dir aufnehmen!

Während andre klagen, stöhnen,

würdest du niemals verzagen.

 

Scheint die Sonne, sagst du: »Oh wie schön!«,

regnet es, dann willst du wachsen.

Stürmt’s, so konterst du mit Faxen,

den Schnee nutzt du zum Schlafengeh’n.

Vieles kann ich von dir lernen,

obwohl du so viel kleiner bist:

Mimst unter Blumen den Purist

und greifst dennoch nach den Sternen.

 

Mein Blümchen, klein aber oho.

Du schaffst es – so oder so.

 

Schneeglöckchen, ich steh am Fenster,

beobachte dein Spiel im Schnee.

Du lachst und rufst: »Winter ade!

Ich vertreib euch, Eisgespenster!«

 

Schneeglöckchen, klein aber oho.

 

Du schaffst es – so oder so.